Die Erlanger Samenbank gratuliert Jens Spahn und seinem Ehemann zunächst zur Geburt ihres Kindes. Die Geburt eines Kindes ist ein persönliches und freudiges Ereignis, das Respekt verdient – unabhängig davon, auf welchem Weg eine Familie entstanden ist.

Die aktuelle öffentliche Debatte zeigt jedoch auch, dass Leihmutterschaft in Deutschland ein gesellschaftlich, rechtlich und ethisch hochkomplexes Thema bleibt. Im Mittelpunkt sollte dabei weder die Verurteilung einzelner Familien noch die politische Instrumentalisierung persönlicher Lebensentscheidungen stehen. Vielmehr bietet die Diskussion die Chance, sachlich über den bestehenden Rechtsrahmen, reproduktionsmedizinische Möglichkeiten, den Zugang zu Reproduktionsmedizinischen Maßnahmen, unabhängig von Vermögen und Einkommen und den Schutz aller Beteiligten zu sprechen.

Aus Sicht der Erlanger Samenbank gilt: Der Kinderwunsch ist kein Privileg bestimmter Lebensmodelle. Heterosexuelle Paare, gleichgeschlechtliche Paare und alleinstehende Menschen erleben gleichermaßen den Wunsch nach einer eigenen Familie. Gleichzeitig müssen reproduktionsmedizinische Verfahren stets die Würde, die Selbstbestimmung und den Schutz der beteiligten Frauen sowie das Kindeswohl in den Mittelpunkt stellen.

Die Erlanger Samenbank spricht sich daher für eine ideologiefreie, wissenschaftlich fundierte und gesellschaftlich verantwortungsvolle Diskussion aus. Dazu gehört auch die ehrliche Auseinandersetzung mit der Realität, dass deutsche Wunscheltern aufgrund der geltenden Rechtslage reproduktionsmedizinische Behandlungen im Ausland in Anspruch nehmen, obwohl dies medizinisch und qualitativ hochwertig im Inland möglich wäre. Dieser Umstand wirft Fragen nach Rechtssicherheit, Transparenz, medizinischen Standards und dem Schutz aller Beteiligten auf.

Eine moderne Debatte sollte sich deshalb nicht auf einzelne Personen konzentrieren, sondern die grundsätzliche Frage stellen, ob und unter welchen Voraussetzungen ein klar regulierter rechtlicher Rahmen geschaffen werden kann, der Ausbeutung verhindert, Transparenz gewährleistet und die Interessen von Kindern, Leihmüttern und Wunscheltern gleichermaßen berücksichtigt.

Als Einrichtung der Reproduktionsmedizin sehen wir unsere Aufgabe darin, faktenbasiert zu informieren, Menschen mit Kinderwunsch verantwortungsvoll zu begleiten und zu einer sachlichen gesellschaftlichen Diskussion beizutragen.

Der Weg zum Wunschkind ist eine der emotionalsten Reisen im Leben. Wenn Sie sich für eine Familiengründung mit Hilfe einer Samenspende entscheiden, stehen Sie unweigerlich vor der Frage: Welcher Samenbank schenken wir unser Vertrauen? Der Markt hat sich stark gewandelt: Die Auswahl an Anbietern ist sehr groß, das Internet macht den Zugang auch zu internationalen Anbietern denkbar einfach. In der Praxis gibt es jedoch oft grundlegende Unterschiede in Philosophie, Recht und der medizinischen Sicherheit. Diese zu kennen, hilft Ihnen, eine Entscheidung zu treffen, die sich nicht nur heute gut anfühlt, sondern auch Ihr zukünftiges Kind ein Leben lang schützt.