Kampagnenstart “Held sein, wenn andere hoffen”

Samenspender sind Helden ?!

Aktuell läuft unsere Kampagne mit dem Titel „Held sein, wenn andere hoffen“. Ziel der Kampagne ist es, Menschen zum Nachdenken über das Thema Samenspende zu bewegen, die eigene Einstellung zu überdenken und natürlich möchten wir auch geeignete Menschen motivieren, Spender zu werden.

Für die Kampagne haben wir uns drei Motive ausgedacht: drei typische Helden in entsprechender Pose mit einem leeren Spendebecher, der beiläufig in der Hand gehalten wird.

Samenspender sind wahre Helden!

Neben vielen positiven Reaktionen auf die Werbung, gab es aber auch vereinzelt Kritik an der Darstellung von Samenspendern als Helden.  Aus einer Richtung wird uns u.a. vorgeworfen, dass wir in der Kampagne Samenspender als Superhelden stilisieren würden und über die Bedürfnisse der aus einer Samenspende hervorgehenden Kinder hinweggehen würden.

Dem möchten wir von der Erlanger Samenbank entschieden widersprechen. Seit Gründung unserer Samenbank haben wir uns persönlich wie berufspolitisch mit Nachdruck dafür eingesetzt, dass Menschen aus Samenspende ihr Recht auf Kenntnis der Abstammung geltend machen können. Wir informieren seit der ersten Stunde alle Wunscheltern intensiv darüber, wie wichtig ein offener Umgang mit der Thematik und die frühe Aufklärung der Kinder sind. Wir haben das Erlanger Notarmodell gegründet, ein Dokumentationsmodell, mit dem wir seit unserer Gründung 2003 sicherstellen können, dass alle Kinder lebenslang Informationen über Ihren Spender erhalten können. Die Bundesregierung hat unser Modell jetzt übernommen und ein entsprechendes Register nach dem Vorbild des Erlanger Notarmodells in Köln beim DIMDI (Deutsches Institut für medizinische Dokumentation und Information) für ganz Deutschland eingerichtet.

Alle Samenspender werden über unsere Homepage und in einem persönlichen Gespräch mit unseren Ärzten über die Bedeutung der Samenspende, die damit einhergehende Verantwortung und die möglichen Bedürfnisse der von ihnen abstammenden Kinder informiert. Zusätzlich bieten wir eine für Spender kostenlose psychologische Beratung über genau diese Themen an.

Und ja – wir meinen, dass Samenspender Helden sind! Jedenfalls ein Stück weit – denn, sind wir nicht alle Helden oder Heldinnen? Wir meinen, dass in jedem Menschen etwas steckt, was sie oder ihn für jemand anderen besonders wichtig macht – zu einem kleineren oder größeren „Helden“ eben! Jeder kennt solche Situationen aus seinem eigenen Leben. Ein Mitschüler oder Kollege, der sich mit dir solidarisch erklärt und nicht mit dem Strom schwimmt. Eine Lehrerin, die dein Potential gesehen hat, weiß, was du kannst und an dich glaubt, trotz momentan schlechter Leistungen. Ein Krankenpfleger oder eine Ärztin, die nochmal nach Dir sehen, obwohl sie schon seit einer Stunde frei haben. Dein Vater oder deine Mutter, die dich irgendwann irgendwo abgeholt und einfach still in den Arm genommen haben – ohne Moralpredigt.

Samenspender können Helden sein für andere, Eltern können Helden sein für ihre Kinder und Kinder für ihre Eltern. Jede(r), der sich für eine gute Sache engagiert, in einer Gruppe, im Verein, in der Freizeit oder im Beruf, trägt in unseren Augen „Heldenhaftes“ in sich. Helden sind Menschen, denen wir für eine Sache dankbar sind, die sie für uns getan haben, ohne selbst davon zu profitieren.