Rechtliche Fragen

der Samenspende

Eine Sorge potenzieller Spender dreht sich immer um die gleiche Frage: Kann die Spende rechtlich negative Folgen für das eigene Leben haben, an die man heute gar nicht denkt?

Folgende Hinweise ergehen nach bestem Wissen und Gewissen. Eine anwaltliche Beratung können wir als juristische Laien allerdings nicht leisten und nicht ersetzen.

  •  Die Identität des Spenders wird in keinem Fall den Wunscheltern mitgeteilt.
  • Allein das Kind kann mit Erreichen der Volljährigkeit bei der Erlanger Samenbank oder einem Erlanger Notar Auskunft über seine genetische Abstammung verlangen und die Identität des Spenders erfahren – vorausgesetzt, die Eltern haben das Kind über die Umstände seiner Zeugung aufgeklärt.
  • Ein aus der Spendersamenbehandlung hervorgehendes Kind gilt einem leiblichen Kind beider Eltern gleich. Unterhalts- und Erbansprüche eines Kindes richten sich daher primär an die gesetzlichen Eltern, auch bei unverheirateten Paaren.
  • Die Anfechtung der Vaterschaft durch das Empfängerpaar ist rechtlich ausgeschlossen. Ein Anfechtungsrecht steht lediglich dem Kinde zu.
  • Auch bei Kenntnis des Kindes über seine genetische Abstammung, bleibt der Spender grundsätzlich frei von Ansprüchen. Allerdings können der Spender und seine Erben nach der heutigen Rechtslage nicht vollständig vor möglichen, aber hohen rechtlichen Hürden unterliegenden Ansprüchen eines von seiner Samenspende abstammenden Kindes (nach dessen 18. Lebensjahr) geschützt werden.
  • Erb- und Unterhaltsansprüche gegen den Spender könnten entstehen, wenn das Kind auf eigene Initiative zuerst die gesetzliche Vaterschaft des männlichen Elternteils erfolgreich anficht und nachher seine Ansprüche gegen den Erzeuger/Spender gesondert einklagt. Ein gerichtlicher Streitfall über diese Thematik ist bis heute nicht bekannt.
  • Paare, die sich bei uns in die Spendersamenbehandlung begeben, unterzeichnen einen Vertrag, den Spender oder dessen Erben von eventuellen vermögensrechtlichen Ansprüchen eines aus der Spendersamenbehandlung hervorgehenden Kindes freizustellen. D.h. würde ein Gericht einen Spender tatsächlich zu Unterhaltszahlungen an das Kind verurteilen, müssten die Wunscheltern dem Spender diesen Schaden ersetzten.

Ihre Entscheidung, als Spender bei uns registriert und tätig zu sein, können Sie jederzeit widerrufen. Widerrufen Sie noch während des Spendezyklus, werden alle Proben umgehend vernichtet. Sie müssen nur die Aufwandsentschädigung in voller Höhe zurückerstatten. Widerrufen Sie Ihre Entscheidung erst nach Freigabe der Proben, so können wir – gegen Zahlung einer entsprechenden Gebühr – nur denjenigen Teil der Proben vernichten, der noch nicht veräußert worden ist.

Als Spender der Erlanger Samenbank verpflichten Sie sich, alle persönlichen Auskünfte wahrheitsgemäß zu machen, insbesondere Auskünfte über Vorerkrankungen und Erbkrankheiten.

Sie verpflichten sich zudem, in keiner anderen Samenbank als Spender aufzutreten.

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