Studie zeigt: Samenspendern geht es primär nicht ums Geld

Die Samenspende ist ein kontrovers diskutiertes Thema in der Gesellschaft. Samenspender sehen sich mit vielen Vorurteilen konfrontiert: Dass Sie nur auf das schnelle Geld aus sind, ist nur eines davon.

Diese Vorurteile wollten wir überprüfen und haben daher eine Studie unter wissenschaftlicher Begleitung der Universität Erlangen-Nürnberg in Auftrag gegeben. Hierfür wurden aktive Samenspender sowie Männer, die eine Spende in Erwägung ziehen, befragt.

 

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Samenspender möchten kinderlosen Paaren helfen

Aufgrund der Studie konnte ein Vorurteil direkt ausgeräumt werden: Geld ist es nämlich nicht, was die Männer hauptsächlich antreibt. Sie sehen die finanzielle Aufwandsentschädigung größtenteils als das, was sie ist: ein Ausgleich für Anfahrtskosten und investierte Zeit. Viel wichtiger ist den befragten Männern „kinderlosen Paaren“ zu helfen. Dies gaben 75 Prozent der aktiven und 60 Prozent der potentiellen Samenspender zu Protokoll.

Für die Hälfte der Männer ist der unerfüllte Kinderwunsch von Freunden oder die eigene Familienplanung überhaupt erst der Auslöser gewesen, sich mit dem Thema Samenspende zu beschäftigen.

Neugierde motiviert – Mangelnde gesellschaftliche Akzeptanz schreckt ab

Auch Neugierde spielt eine große Rolle bei der Entscheidung für eine Samenspende: Weil eine überdurchschnittliche Spermienqualität für die Samenspende ebenso wichtig ist wie die Gesundheit des Mannes (keine Erb- oder Infektionskrankheiten etc.), muss jeder Bewerber einen umfassenden Medizincheck absolvieren. Diesen empfinden 21,6 Prozent der potentiellen Spender (18,6% aktive Spender) als wichtig. 65 Prozent sind außerdem neugierig, ob sie später eigene Kinder zeugen können.

Neben den Vorurteilen sind es bekannte Diskussionspunkte, die viele Männer noch immer davon abhalten, Samen zu spenden. Dazu zählt vor allem die als zu gering wahrgenommen gesellschaftliche Akzeptanz. Dies bestätigt auch die Studie: Nur 25,8 Prozent der potentiellen Spender gaben an, sich offen zur Spende bekennen zu wollen. Am wichtigsten ist den Männern, was die aktuelle Partnerin über die Spende denkt – das gaben 52,1 Prozent der potentiellen und 38,5 Prozent der aktiven Spender an.

Potentielle Spender wünschen sich mehr rechtliche Sicherheit

Die nicht vollständig geklärte rechtliche Situation ist eine weitere Barriere. So haben über die Hälfte der potentiellen Spender Angst, im Nachhinein belangt zu werden – etwa durch Unterhaltszahlungen. Sie wünschen sich mehr rechtliche Sicherheit. Ein Großteil der aktiven Spender hingegen fürchtet keinerlei Konsequenzen. Sie sehen sich nicht als Vater, sondern lediglich als Erzeuger. Dafür, dass der Spender grundsätzlich frei von Ansprüchen bleibt, sorgt nicht zuletzt ein Vertrag, der von den Paaren, die durch eine Samenspende schwanger werden möchten, unterzeichnet wird. Hinzu kommt, dass das Risiko später Unterhalt für das Kind zahlen zu müssen, hohen juristischen Hürden unterworfen und daher theoretisch und sehr gering ist.

Der Aufwand einer Samenspende darf nicht unterschätzt werden. Denn es müssen mindestens sechs geeignete Spenden in einem Zyklus abgegeben, sowie ärztliche Untersuchungen zu Beginn und Ende absolviert werden. Der Bewerber wird nur dann zum Spender (i.d.R. einer von zehn Bewerbern), wenn mehr als drei der abgegebenen Spenden auch tauglich sind. Die Entscheidung Samen zu spenden ist somit eine sehr reflektierte. Der Aufwand, welcher dazu nötig ist, wird von 64 Prozent der potentiellen und 69 Prozent der aktiven Spender dennoch als angemessen angesehen.

Sie interessieren sich für die komplette Studie? HIER können Sie sich den Studienbericht herunterladen.

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